Unterwegs in der Ferienregion.
Die neue Tgesa Romana ist Familiensache
Noch ist es ruhig in der Tgesa Romana in Savognin. Wir treffen ein, als Daliah Steiner und Mirco Gruber gerade beim Tagesbriefing sind. Die beiden Gastgeber und Geschwister besprechen Reservationen und Details zum Tagesablauf. Sie ist für die Administration und das Restaurant zuständig, er behält in der Küche den Überblick. Beide wirken sehr fokussiert und hören einander aufmerksam zu. Man spürt sofort, dass sie ein eingespieltes Team sind, das mit Freude und Hingabe arbeitet.
Die komplett renovierte Tgesa Romana ist seit Mitte Dezember wieder offen und «fulminant in die Wintersaison gestartet», wie Daliah und Mirco sagen. Das traditionsreiche Haus wurde mit viel Herzblut und zusammen mit lokalen Handwerkern umgebaut und neu belebt. Ebenfalls mitgewirkt hat Sascha Gruber, der mittlere der drei Geschwister. Alle drei brachten ihre Stärken ein: Daliah ihre langjährige Erfahrung als Geschäftsführerin im Wasescha Sport in Savognin, Mirco seine Gastroerfahrung und Sascha, der beruflich weltweit unterwegs ist, neue Impulse und Ideen.
Ein Ort mit Herz und Charakter
«Uns war es wichtig, den Charakter des traditionsreichen Hauses zu bewahren», sagt Daliah. «Es soll sich echt anfühlen – mit Geschichte, Herz und Wärme.» Entstanden sind Orte, wo Menschen gerne zusammenkommen, von der neuen Pizzeria & Bisteccheria über die gemütliche Steiva Segantini bis hin zu den sechs bewirtschafteten Ferienwohnungen, welche die früheren Hotelzimmer ersetzt haben. Küchenchef Mirco erfüllte sich mit seiner neuen Küche einen Traum: mehr Raum und mehr Möglichkeiten für das, was ihm wichtig ist – eine ehrliche, regionale Küche mit viel Herzlichkeit. Sascha wiederum hat mit dem neuen Weinkeller sein Herzensprojekt umgesetzt.
Dieser ist ein Ort mit ganz eigener Stimmung geworden. Geschützt von dicken Mauern erzählt der Weinkeller von Reisen, Begegnungen und der Liebe zu gutem Wein. Die Auswahl ist regional verwurzelt und zugleich weltoffen: Neben Bündner Weinen und ausgesuchten Tropfen aus dem Tessin, Südtirol und Veltlin ist das besondere Highlight die erweiterte Weinkarte mit einem Teil der privaten Sammlung von Sascha Gruber. Über Jahrzehnte auf Reisen und bei Begegnungen mit Winzerinnen und Winzern persönlich ausgesucht, umfasst die Karte rare Weine aus der Schweiz, Europa und den USA – für genussvolle Abende, an denen Zeit keine Rolle spielt.
Sehr glücklich mit dem Resultat Nach kleineren Renovationsarbeiten startete die Familie Gruber am 1. Juli 2023 in der Tgesa Romana ins gemeinsame Abenteuer. Von Anfang an war klar, dass sie das Haus in absehbarer Zeit totalsanieren wollten. Der Plan war jedoch, zuerst einmal zwei Jahre zu arbeiten, um den Betrieb kennenzulernen und Erkenntnisse daraus zu ziehen. Doch bald wurde klar, dass sie ihre Bauplane beschleunigen mussten, wie Mirco erklärt: «Als wir erfuhren, dass vis-a-vis das Schulhaus Grava neu gebaut wird, war es unser Ziel, gleichzeitig eine Baustelle zu haben, damit das Quartier danach wieder Ruhe vor dem Baulärm hat.»
Also starteten sie im Herbst 2024 mit den konkreten Umbauplänen und im Frühling 2025 standen bereits die ersten Handwerker im Haus. «Es war eine enorm anstrengende Zeit und freie Tage sind seither eine Seltenheit», erzählt Daliah. Doch die Mühen haben sich gelohnt. «Wir sind sehr glücklich mit dem Resultat. Es ist genauso, wie wir es uns gewünscht haben. Und die Rückmeldungen der Gäste sind bis jetzt äusserst positiv», bestätigt Mirco.
Vom Sportgeschäft ins Restaurant
Aufgewachsen sind Daliah, Mirco und Sascha in Savognin. Die Eltern führten das Geschäft Wasescha Sport, das die Grosseltern gegründet hatten (damals als Attenhofer Sport). Auch Daliah arbeitete viele Jahre im elterlichen Sportgeschäft und war bis 2013 dessen Geschäftsführerin. «Wir sind hier aufgewachsen und hier verankert. Für mich ist das Val Surses Heimat und immer noch ein Geheimtipp inmitten all der grossen Destinationen um uns herum. Viele Leute wissen gar nicht, wie schön es hier ist», sagt Daliah.
Als gelernte Kauffrau kümmert sich Daliah um die die gesamte Administration inklusive Vermietung der bewirtschafteten Wohnungen. Sie führt das Personal (mit Ausnahme der Küche), arbeitet im Service, kümmert sich um die Dekoration und hilft auch mal in der Küche aus. Sie liebt diese Rolle als Allrounderin.
Wieder zurück in der Heimat
Mirco ist Koch und Küchenchef mit viel Erfahrung. Die Lehre absolvierte er im Hotel Piz Mitgel in Savognin. Anschliessend kochte er in exklusiven Betrieben wie dem Hotel Waldhaus in Sils Maria und Hotel Montana in Luzern. Er kam zurück nach Graubünden, wurde Souschef im Hotel Schweizerhof auf der Lenzerheide und Küchenchef im Hotel Sternen in Chur. Danach machten sich er und seine Frau Bettina selbstständig und führten 15 Jahre lang verschiedene Betriebe in Davos. Während dieser Zeit kümmerte sich Daliah bereits um Mircos Buchhaltung.
2022 kehrte Mirco nach Savognin zurück und betrieb im Winter zusammen mit seiner Frau die Blockhütte mit Iglu beim Kinderparadies La Nars. Und im Sommer darauf ging es bereits mit der Tgesa Romana los. Mircos Frau Bettina ist als erfahrene Gastronomin ebenfalls eine wichtige Stütze im Team. Seit dem letzten Sommer führt sie die Palaver Bar an der Hauptstrasse.
Die ganze Familie hilft mit
Sowieso hilft die ganze Familie in der Tgesa Romana mit: Die Töchter von Daliah stehen regelmässig im Service. Alicia, die älteste, unterstützt ihre Mutter auch immer mehr im administrativen Bereich. «Alle packen an, wo sie gebraucht werden. Dass wir die Tgesa Romana als Familie betreiben können, ist wirklich cool. Und es ist schön, auf diese Weise wieder in der Heimat tätig zu sein», bestätigt Mirco.
Neben der Familie prägt auch das Team die Tgesa Romana entscheidend mit. In der Hochsaison arbeiten bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Service, Küche und Housekeeping zusammen – viele davon bereits seit mehreren Saisons. Diese Kontinuität schafft Vertrauen, Routine und eine spürbare Selbstverständlichkeit im täglichen Miteinander. Man kennt sich, unterstützt sich und trägt gemeinsam Verantwortung. Für die Gastgeber ist das Team wie ein Teil der erweiterten Familie – und genau das spüren auch die Gäste vom ersten Moment an.
Es ist schön zu sehen, wie herzlich und authentisch die Geschwister die neue Tgesa Romana führen. Es ist ein Haus mit Gastgebern, die ihre Gäste persönlich kennen.
Text: Franco Furger und Bettina Bergamin
Fotos: Bettina Bergamin, Familie Gruber
Tgesa Romana
Die Tgesa Romana beinhaltet Restaurant, Pizzeria & Bisteccheria mit Steiva Segantini im ersten Stock. Zudem sechs bewirtschaftete Ferienwohnungen, die ab sofort gemietet werden können.