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Erfahrungsbericht Römer-Wege
Tumasch Planta aus Scuol setzt die Wegforschungen seines Vaters Armon Planta erfolgreich fort, welcher prähistorische, römische und mittelalterliche Wege in ganz Graubünden wieder entdeckt hat. Die Ergebnisse jener Pionierarbeit wurden in vier Bänden veröffentlicht. Da der Sohn Tumasch damals Assistent bei den Forschungsarbeiten seines Vaters war, verfügt er über eine grosse Erfahrung und ein fundiertes Wissen über die frühen Wegverbindungen über die Bündner Alpen. So hat er alte frühe Wegverbindungen über den Splügenpass und im Unterengadin neu erforscht und darüber publiziert.
Tumasch Planta ist deshalb bestens vertraut mit den Wegführungen im Gelände, die er auf Exkursionen dem interessierten Publikum vor Ort näher bringt. Die beiden Exkursionen auf dem Julierpass sind Teil einer Gesamtschau der Römerwege zwischen Maloja und dem Julierhospiz. Die Besammlungen finden jeweils um 9:30 Uhr beim Hotel La Veduta statt. Anmeldung und Informationen auf www.chauenas.ch, 081 864 90 71.
Planta ermöglichte mir den historischen Blick
Als Bergwanderer bin ich früher oft über den angenehmen Bergrücken bei der Veduta auf dem Juliepass gewandert. Ich interessierte mich dabei besonders für die Geologie und im Herbst für die Preiselbeeren. Natürlich fielen mir dabei die eigenartigen Vertiefungen auf, die ich aber der Wassererosion zuschrieb und mir dabei keine weiteren Gedanken über deren Ursprung und Bedeutung machte. Bis ich vor fünf Jahren einen Prospekt in die Hand bekommen habe über Tumasch Plantas Römerwegexkursionen. Als historisch interessierter Mensch habe ich mich angemeldet. Und mit ihm haben wir den Einschnitt auf der Veduta mit anderen Augen erlebt. Das sind keine Erosionsspuren sondern Spuren von römischen Karren, die vor 2000 Jahren Ware über den Julier transportierten. Und zum Beweis seiner Erkenntnisse brachte er ein Model eines solchen Gefährts hervor und überall wurde jetzt der Radstand von 1,07 m nachgeprüft. Die Prüfung hielt überall stand, und die Teilnehmer, zu denen auch ich gehörte, waren begeistert, 2000-jährige Geschichte so plastisch vorgeführt zu bekommen. In den Folgejahren war ich immer an Plantas Exkursionen mit dabei und erfuhr immer wieder Neues, womit diese Ausflüge zu Geschichtslektionen und Erlebnisse besonderer Art wurden. Da der Herr schon ein älteres Semester ist, empfiehlt es sich von den Exkursionen zu profitieren, solange es sie noch gibt.
Bartolome Tscharner, April 2026