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Medienmitteilung 04.05.2026

Origen – Weisse Villa Spatenstich

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© Stefan Kaiser
Die Weisse Villa bekommt ein neues, farbiges Kostüm, das an ihre Bauzeit erinnert. Damals, als Jean Jegher seinen Alterssitz von Bordeaux nach Mulegns verlegte, liess er sich ein farbiges, elegantes Haus erbauen.

Er verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in den warmen Stuben. Umgeben von raffinierten, französischen Tapeten trotzte er beharrlich dem Mulegnser Winterschatten. – Nun erwacht das Haus aus seinem Winterschlaf. Im kommenden Sommer werden die Fassaden neu gefasst, die Balkone saniert, die Fenster ertüchtigt.

Kraftakt – die Verschiebung der Weissen Villa

Die Weisse Villa sollte abgerissen werden, um dem Ausbau der Julierstrasse Platz zu machen. Durch einen kühnen, aussergewöhnlichen, solidarischen Kraftakt konnte das Haus verschoben und gerettet werden. Zwei Jahre lang wurden rund ums Haus Fundamente ausgegraben, Stützkonstruktionen betoniert und Schienen verlegt. Die Passstrasse musste gestützt werden, damit die Fahrzeuge nicht in die Baugrube stürzten. Das technische Experiment hat sich gelohnt. Das Haus ist erhalten und wird mit dem neuen Zuckerbäckermuseum neues Leben ins Dorf bringen. Und es hat eine bemerkenswerte Karriere gemacht: Das einstige Abbruchprojekt steht heute unter
eidgenössischem Denkmalschutz. 

Spurensuche – die vielen Farbschichten der Weissen Villa

Das elegante Haus an der Julierstrasse heisst völlig zu Unrecht «Weisse Villa». Der Architekt Jean-Baptiste Lafargue aus Bordeaux verlieh ihr einen ausgesprochen farbige Fassung, die von violetten, roten, grünen und ockerfarbenen Tönen geprägt war. Später erhielt sie noch andere Farbkostüme. Sie passte sich der Zeit und dem Geschmack der jeweiligen Bewohner an. Ganz zuletzt erhielt die Villa eine einheitliche weisse Fassung, die ihr den Namen verliehen hat. Nun geht es darum, sie steinernen Fensterrahmen von der Farbe zu befreien, die alten Pastelltöne neu zu interpretieren und dem Haus seine verspielte Aura zurückzugeben. Die farbigen Blachen, die die Villa umhüllen, dienen der Farbfindung. Jede Fassade spiegelt einen historischen Anstrich der französischen Villa.

Silberwand – das Silberzimmer der Norina Gilli

Eines der Räume erzählt schon im Sommer von der eleganten Zukuft des Hauses. Den zentralen Salon des Hauses widmen wir einer der schillerndsten Figuren der Zuckerbäckerszene des 19. Jahrhunderts. Norina Gilli, in Florenz als Tochter eines berühmten Zuckerbäckers geboren, gelangte früh zu grossem Ruhm. Sie eroberte Max Reinharts Mirakelbühnen, erkaufte als georgische Prinzessin fürstliche Düfte in New York und beschloss ihr Leben in der Obhut eines berühmten Gurus. – Norina widmen wir einen schönen Salon. Martin Leuthold hat einen hellen Silberstoff gewoben, der die Wände ziert. Ein wenig toskanischer Glanz, wunderbare Erinnerung an eine grosse Frau.