Medienmitteilung 05.06.2026
Venezianischer Glanz in Savognin / ORIGEN
Origen engagiert sich für das alte Dorfzentrum von Savognin. Das Hotel Pianta, das seit Jahren leer steht, soll zu einem vitalen Kulturhaus werden, das mit Ausstellungen, Rauminstallationen und Veranstaltungen aufwartet. Ein Kulturarchiv soll wichtige Dokumente der Region aufbewahren und für jedermann zugänglich machen. Ein Laden für Buch und Kunsthandwerk, ein kultureller Informationsstand und ein venezianisches Kaffee locken zum Verweilen, zum Begegnen, zum Staunen. Die Kosten für den Kauf und die Sanierung des historischen Haues betragen CHF 6.5 Mio betragen. Die Realisierung des Projektes soll durch private Spenden, öffentliche Mittel und freiwillige Arbeit erfolgen.
Revitalisierung des Savogniner Dorfzentrums
Die Savogniner Hauptstrasse, der Stradung, war einst von markanten Patrizierhäusern und eleganten Hotelfassaden geprägt. In den letzten fünfzig Jahren wurde der schöne Hausbestand dem Strassenbau geopfert. Die Folgen sind gravierend. Hotels wurden geschlossen, Läden haben dichtgemacht, das Zentrum ist verwaist. Die
Kulturstiftung Origen möchte nun dazu beitragen, das alte Herz von Savognin zu retten und neu zu beleben. Zwei historische Hotels bilden die Ankerpunkte des Projektes. Das Hotel Piz Mitgel soll in Zukunft mit umfassenden Bildungsformaten zum neuen Dorfleben beitragen. Das Hotel Pianta öffnet bereits im Sommer seine Tore für einen frischen Pop-Up-Betrieb. Alle Interessierten sind eingeladen, die alten Stuben neu zu erwandern, einen Kaffee im venezianischen Salon zu geniessen und in die Geschichte der illustren Hoteliers-Familie einzutauchen.
Hoteliers in Mailand, Venedig und Triest
Die Savogniner Piantas gehörten am Ende des 19. Jahrhunderts zu den angesehensten Hoteliers der Schweiz. Dabei deutete zunächst nichts auf grosse Hotelkarrieren hin: Vater Domenico Pianta gründete ein einfaches Gasthaus in Savognin, verkaufte Wein und Lebensmittel. Seine Söhne schickte er in die grosse weite Welt. Anton Pianta begann seine Karriere im Grand Hotel et de Milan und leitete später das elegante Hotel de la Ville in Triest. Sein Bruder Alfonso führte das berühmte Grand Hotel Venezia am Canal Grande der Lagunenstadt, erhielt den Titel eines Cavaliere und wurde vom König von Montenegro mit dem Danilo-Orden ausgezeichnet.
Der temporäre Betrieb liefert Erfahrungen für das zukünftige Konzept
Im Savogniner Stammsitz der Familie erzählen wir in diesem Sommer vom kühnen Unternehmertum der Piantas, irgendwo zwischen der kargen Bergheimat und den Hotelpalästen am Mittelmeer. Die Fassaden des Hotels werden mit einem temporären goldenen Scherenschnitt überzogen, der an venezianische Paläste erinnert. In den alten Salons hängen grossartige Kristallspiegel, Murano-Leuchter und barocke Bildrahmen, die vom schweren, glitzernden Pomp der Lagunenstadt erzählen. Origens Historiker Basil Vollenweider erforscht die Familiengeschichte der Piantas und berichtet vom aktuellen Forschungsstand. Mit täglichen Führungen durch die historischen Räume tauchen wir in die Welt der Grand Hotels der Belle Epoque ein. Das elegant hergerichtete Café Venezia im alten Speisesaal lädt zum frischen Kaffeegenuss mit venezianischem Gebäck. Sogar übernachten lässt es sich im Hotel Pianta: Die einfachen Zimmer laden zum experimentellen Schlafen in den alten Gemäuern. Die Erfahrungen aus dem Pop-Up-Betrieb im Hotel Pianta dienen einer sorgfältigen Konzeption und Sanierung des Stammhauses der Piantas.
Sanierungskosten für rund CHF 6.5 Millionen
Damit das historische Hotel Pianta erhalten werden und seine Tätigkeit als Kulturhaus aufnehmen kann, müssen umfassende Renovationsarbeiten vorgenommen werden. Die historischen Räume müssen sorgfältig saniert und für den zukünftigen Betrieb ausgestattet werden. Die geschichtsträchtigen Einrichtungsgegenstände aus der venezianischen Zeit müssen konserviert und ergänzt werden. Ausstellungs- und Archivräume werden im Gebäude integriert. Die gesamte Haustechnik, die Küche, die Heizung, die Stromleitungen müssen überprüft und umfassend saniert werden. Origen rechnet mit Gesamtkosten für den Kauf und die Sanierung des Gebäudes in
Höhe von CHF 6.5 Mio. Mit der Eigentümerschaft wird ein Kaufrechtsvertrag abgeschlossen, der als Basis für den Erwerb und für die zukünftige Nutzung des Hauses bildet. Das Projekt muss mit privaten Spenden, Stiftungsbeiträgen und Fördermitteln der öffentlichen Hand realisiert werden. Private Förderer können sich am Projekt beteiligen, indem sie z.B. einen Quadratmeter der Fassadengestaltung oder die Sanierung eines historischen Fensters übernehmen.
Ein faszinierender Ort für Einheimische und Gäste
Das Kulturhaus im Hotel Pianta zelebriert die Geschichte des Bergkantons mit seinen vielen Passtrassen, Sprachen, Traditionen, Bräuchen. Gerade das Surses mit seinem Reichtum an archäologischen Funden ist ein guter Ort für das Erleben der Jahrtausende alten Kulturgeschichte. Das neu konzipierte Kulturarchiv, dessen Haupttätigkeit in der Vermittlung liegt, illustriert bronzezeitliche Fundstätten, römische Wege, mittelalterliche Sakralbauten, die Anfänge des Tourismus. Das Haus übernimmt auch touristische Funktionen und informiert über Kulturangebote und Veranstaltungszyklen. Das Pianta lädt zur Begegnung aller Kulturinteressierten, seien es Einheimische, Neuzuzügler, Zweitbewohner, Kulturgäste. Und es lädt zum kulinarischen Verweilen: Selbst gestandene Kulturmuffel können hier eine feinen Kaffee geniessen und sich an venezianischen Spezialitäten erfreuen.
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