Unterwegs in der Ferienregion.

Nadia und Remo bringen Natur in den Garten

""

Der Frühling kommt – und damit auch die Gartenarbeit. Wir sind heute bei Nadia Scarpatetti und Remo Cadotsch zu Besuch, zwei Profis im Gestalten und Pflegen naturnaher Gärten. Sie geben uns auf den Weg: «Es ist gut, wenn man im Garten etwas stehen lässt.»

Wir treffen uns mit Nadia und Remo bei ihnen zu Hause in Savognin. Ihr Haus ist liebevoll gestaltet bis ins letzte Detail, verspielt, kreativ, farbenfroh. Frische Blumen und originelle Accessoires ergänzen

das detailreiche Dekor – es passt alles wunderbar zusammen. Es ist ein ganz eigener Stil mit maritimen Akzenten, der die Liebe zur Natur widerspiegelt.

""

Nadia beginnt sofort zu erzählen: «Alle können in ihrem Garten etwas für die Artenvielfalt tun.» Remo nickt und fügt an: «Ja, bereits kleine Dinge bewirken viel – beispielsweise etwas weniger oft mähen, einen Asthaufen liegen lassen oder Wiesenblumen bewusst verblühen lassen.» «Das schafft Lebensräume für Insekten wie Käfer, Bienen und Schmetterlinge; aber auch für Igel oder Vögel sind solche scheinbar weniger gepflegten Winkel im Garten wichtig», ergänzt Nadia.

Für die Beiden ist ein Garten kein Ort, der makellos gepflegt sein muss, sondern ein lebendiger Raum. «Die Schönheit liegt nicht im perfekten Rasen, sondern im Einklang mit der Natur», lächelt Nadia.

""

Im Garten ist weniger mehr

Mit dieser Haltung führt das Paar die gemeinsame Firma «Surses Haus & Garten». Wie der Name schon sagt, bieten Remo und Nadia Hauswartungen und Gartenunterhalt an. Dabei führen sie auch grössere Gestaltungsarbeiten aus: Sie konzipieren neue Gartenanlagen, verlegen Sitzplätze, sichern Hänge, schneiden Bäume, setzen Steine und vieles mehr.

Remo merkt an: «Wir möchten zuerst genau verstehen, was sich die Kund*innen vorstellen und was für sie passt. Dabei führen wir auch Gespräche, um sie für einen naturnahen Garten zu ermutigen.

Denn das überholte Idealbild des perfekten Rasens ist nach wie vor in den Köpfen verankert.» Nadia erklärt es so: «Manche denken, dass man sie als nicht ordnungsliebend anschaut, wenn im

Garten ein Stein- oder Totholzhaufen liegt oder einzelne Ecken nicht gemäht oder gejätet sind. Dabei wäre dies so wichtig für die Tiere und Pflanzen.»

Ein Tipp der beiden für alle, die Mühe haben, in ihrem Garten etwas stehen zu lassen: «Einfach eine Ecke bewusst für die Biodiversität auswählen und den Rest wie gewohnt perfekt aufräumen. Die Natur wird es danken.»

""

Die Natur findet ihr Gleichgewicht

Nadia und Remos Philosophie: Natur zulassen. Und mit dem arbeiten, was hier gut wächst und heimisch ist. «Und vor allem keine Chemie im Garten verwenden. Damit tötet man auch Insekten

wie etwa Marienkäfer, die Läuse fressen würden», erklärt Nadia. «Ein Garten ist auch Geduldsache. Nach ein bis zwei Jahren findet die Natur in der Regel ihr Gleichgewicht», erklärt Remo.

Ein weiterer Tipp ist, den Garten artenreicher und dichter zu bepflanzen – am besten mit Dornensträuchern wie Wildröschen angereichert – und diese dichten Bereiche sich selbst zu überlassen. «So können zum Beispiel Vögel einen guten Nistplatz finden. Auch ein Dorf kann eine hohe Biodiversität aufweisen, indem es ein Netz aus kleinen Inseln bildet, wo Tiere von Garten zu Garten wandern oder fliegen können», sagt Nadia.

Diese Botschaft begleitet sie bei jedem Projekt. Die beiden Gartenprofis gestalten keine Showgärten, sondern liebevoll angelegte Lebensräume für Menschen, Tiere, Pflanzen – und für Geschichten.

 

""

Eine ideale Kombination

Die Idee, ein eigenes Geschäft aufzubauen, entstand 2012 bevor ihr gemeinsamer Sohn Vivian zur Welt kam. Als junge Eltern suchten sie nach einer Arbeit, die sich gut mit Familie vereinbaren liess. Nadia erinnerte sich dabei an ihre Kindheit und an die Ferienwohnungen, die ihre Eltern damals betreut hatten: «Neben dem Wohnungsputzen kamen meist schnell weitere Bedürfnisse seitens der

Eigentümer*innen dazu: kleine Reparaturen und Besorgungen, auch Rasenmähen und Gartenpflege. Also dachten wir uns, Hauswartungen und Gartendienste wären doch eine gute Kombination und für

uns eine vielfältige Aufgabe – zumal wir beide die Natur lieben.»

Mittlerweile beschäftigen Nadia und Remo zusätzlich zwei Mitarbeitende. Das Paar dazu: «Wir wollen nicht unbedingt weiter wachsen, sondern bewusst klein bleiben. So behalten wir die Übersicht und die gute Qualität.» Auch lehnen sie Anfragen von weiter her ab. Es sei sinnvoller, wenn das ortsansässige Betriebe ausführen. «Für uns müssen die Wege kurz sein und wir wollen zu Hause sein, wenn die Kinder heimkommen.»

""

Vom Fluss zurück ins Tal

Nadia und Remo sind beide im Surses aufgewachsen und leben mit ihren beiden Söhnen Vivian (11) und Iven (7) in Savognin. Das Paar verbindet handwerkliches Geschick und eine starke Naturverbundenheit. Im Geschäft ist Nadia die Visionärin, die den fertigen Garten jeweils schon vor sich sieht mit Farben, Materialien, Stimmungen. Remo dagegen ist der Praktiker, der genau prüft,

was tatsächlich möglich ist. Sie arbeitet am liebsten mit Steinen und Blumen, er mit Holz und Sträuchern. «Ein Garten ist erst dann komplett, wenn beide daran gearbeitet haben», schmunzelt Nadia.

""

Remo hat jahrelange Erfahrung als Forstwart, Imker, Schreiner und Mitarbeiter bei den Bergbahnen Savognin. Er kennt sich bestens mit Bäumen, Natursteinmauern, Ökosystemen und der Welt der Insekten aus. Nadia ist ausgebildete Matrosin und bringt technisches Verständnis, Kreativität und ein feines Gespür für Menschen mit. Zudem hat sie viel Erfahrung im Bauwesen.

Matrosin wollte Nadia von dem Moment an werden, als sie als kleines Mädchen mit ihrer Familie am Meer in den Ferien war. «Wir gingen auf ein Schiff, und dort hat es mich gepackt», erinnert sie sich.

«Mich faszinierte das Wasser, seine Physik, die Wellen, die Weite.» Nach der Ausbildung arbeitete sie einige Jahre als Matrosin bei der Flussschifffahrt – eine Zeit, an die sie gerne zurückdenkt. «Eigentlich wollte ich nie mehr ins Surses zurückkehren», lacht sie. Trotzdem besuchte sie immer wieder mal ihr Heimattal – zum Skifahren und wegen Remo. Und kam schliesslich wieder zurück.

""

Vögel pflegen und Bienen imkern

Nadia sinniert: «Das Surses ist für mich eine versteckte Perle. Unser Tal ist noch echt und bodenständig, es bietet eine wunderschöne Natur und ist nicht überlaufen. » Auch Remo liebt seine Heimat: «Ich ging bereits als Kind mit dem Grossvater auf die Jagd und sammelte Kräuter

mit meiner Mutter. Daher fühle ich mich tief mit der Landschaft und der Natur im Surses verbunden.»

 

""

Die Naturverbundenheit der beiden zeigt sich auch in ihren Hobbys: Remo ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Imker und hält zurzeit rund 20 Bienenvölker. Nadia betreut eine Pflegestation für kranke und verletzte Vögel, die zum Beispiel mit einer Fensterscheibe kollidiert oder von einer Katze gepackt worden sind.

Nadia und Remo sehen sich als Vermittler zwischen Natur und Mensch. Und deshalb gestalten sie so gerne Gärten, die der Natur Raum geben und den Menschen Freude bereiten. Nadia dazu: «Ich

finde das sehr wichtig, denn schön gestaltete Dinge bereichern unser Leben.»

Text: Franco Furger und Bettina Bergamin
Fotos: Bettina Bergamin, Nadia Scarpatetti

""

Tipps für naturnahe Gärten

  • Weniger "aufräumen": Weniger mähen, Blumen verblühen und versamen lassen, Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden
  • Strukturen schaffen: Totholzhaufen, Stein- oder Asthaufen anlegen
  • Keine Chemie: Verzicht auf Pestizide
  • Mehr Tipps für naturnahe Garten unter bioterra.ch oder parc-ela.ch

Surses Haus Garten

Nadia Scarpatetti und Remo Cadotsch bieten Hauswartungen, Gartenunterhalt und naturnahe Gartengestaltung in der Region Surses an.

Mehr anzeigen
e-bike val surses septimerpass
Septimerpass © WOM Medien / Jens Scheibe

Entdecken Sie den Sommer im Val Surses

Ob Wandern, (E-)Biken, Trailrunning, Schwimmen, Stand Up Paddeln oder Reiten  - im Val Surses geniessen alle den Sommer.

Sommeraktivitäten im Val Surses
Mehr anzeigen
Aktuell_01_2022

Immer Top informiert. Ferienmagazin Aktuell abonnieren

Mit dem kostenlosen Ferienmagazin Aktuell sind Sie immer auf dem laufenden. Jetzt abonnieren oder als e-Paper lesen.

Zum Ferienmagazin
Mehr anzeigen
Wandern im Parc Ela, Savognin

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie ca. einmal pro Monat Neuigkeiten, Events und Angebote direkt in ihren Posteingang.

Newsletter abonnieren